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Slogan: Alles dreht sich um Boden
 Bodendaten



Indformationen über den Zustand von Boden und Standort sind eine unverzichtbare Grundlage für den Schutz der Böden und der Umwelt. Sie ermöglichen die Beurteilung von Schadstoffeinträgen, Stoffbilanzierungen oder Risikobewertungen für Boden, Wasser, Klima uvm.


Copyright: Umweltbundesamt - Bodendaten2

Österreich verfügt über einen großen Schatz an Informationen zu Böden, deren Nutzung und Eigenschaften. Die Erhebung dieser Daten hat unterschiedliche geschichtliche sowie gesetzliche Hintergründe und wird von verschiedenen Institutionen betrieben. Die Spanne reicht von den großen österreichweiten Datenerhebungen wie der landwirtschaftlichen Bodenkartierung oder der Finanzbodenschätzung bis zu Erhebungen im Rahmen von Verfahren zur Umweltveträglichkeitsprüfung (UVP).

Die umfassendsten und österreichweit flächendeckenden Bodenerhebungssysteme für Österreich sind

  • Die landwirtschaftliche Bodenkartierung
  • Die Österreichische Finanzbodenschätzung
  • Die Bodenzustandsinventuren der Bundesländer, die im Bodeninformationssystem BORIS harmonisiert und zusammengeführt sind.
  • Die Österreichische Waldboden-Zustandsinventur (ebenfalls in BORIS enthalten)

Die Daten liefern Informationen zu

  • Standorten und deren Bedingungen (z.B. Geologie, Landnutzung)
  • bodenkundliche Situation (z.B. Bodentypen, Bodeneigenschaften)
  • Nähr- und Schadstoffe im Boden
  • Bodenphysikalische und mikrobiologische Parameter

Die Informationen sind georeferenziert, zum Teil in der Fläche, zum Teil als Punkte. Aufgrund des unterschiedlichen inhaltlichen Fokus sind nicht in jedem System alle Informationen verfügrbar – die Systeme ergänzen sich zum Teil.
Deshalb ist eine wesenliche Bestrebung, Schnittstellen und zwischen den Sytemen zu finden und somit eine gemeinsame Auswertung der Daten zu ermöglichen.

Über diese Datensätze hinaus liegen in einzelnen Institutionen z.T. umfassende Daten zu speziellen Fragestellungen wie Bodenwasserhaushalt, Pflanzenernährung oder Schadstoffe vor. Diese sind jedoch nicht für das ganze Bundesgebiet verfügbar.

Bodeninformationen spielen in der Umweltbewertung eine wichtige Rolle. Die Fragestellungen reichen vom Schutz des Grundwassers gegen Schadstoffeinträge und Risikobewertungen über Kohlenstoffbillanzierungen und Biomasse für Energiegewinnung bis zur Bewertung landwirtschaftlicher und forstlicher Flächen.
Diese Datensätze müssen gepflegt und aktualisiert werden, um für die nationalen und internationalen Anforderungen des Boden-und Umweltschutzes gerüstet zu sein. Boden ist zwar ein Umweltmedium, dass Veränderungen nur langsam vollzieht, jedoch langfristig sehr nachhaltig und irreversible Schädigungen davonträgt. Deshalb ist die regelmäßige Erhebung von Bodendaten ein wichtiger Baustein zur Beweissicherung und zum Bodenschutz auf allen Ebenen.

Eine Reihe von EU-Richtlinien und Initiativen forciert in der nationalen Umsetzung die Bereitstellung von Umweltdaten. Dies sind im Wesenlichen

  • die Umweltinformationsrichtlinie,
  • die AARHUS-Konvention,
  • INSPIRE
  • SEIS

Insbesondere das “ wer hat was” und “was gibt es überhaupt” in Form von Metadatenverzeichnissen ist ein großer Schwerpunkt dieser Initiativen.

Die österreichischen BOdenerhebungssysteme vollziehen bereits eine Reihe der Anforderungen zur Datenbereitstellung in Form der eBOD (Bodenkartierung), von BORIS (Bundesländer, Umweltbundesamt), der digitalen Bodenschätzungsdaten (BEV) und Informationssystemen der Bundesländer wie z.B. dem Landesumweltinformationssstem der Steiermark (LUIS).

Autorin: Monika Tulipan / Umweltbundesamt